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Zinsabschlagssteuer? - kurz erklärt

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Was ist die Zinsabschlagssteuer?

Mittlerweile wurde die bisher bekannte Zinsabschlagsteuer abgelöst, denn seit Januar 2009 besteuert nicht mehr die Zinsabschlagsteuer die Kapitalerträge, sondern die so genannte Abgeltungssteuer. Bis Ende 2008 bezeichnete die Zinsabschlagsteuer die Steuern, mit welcher vorhandene Kapitalerträge besteuert werden mussten. So wurden alle Kapitaleinnahmen, welche über einen bestimmten Freibetrag reichten, von dieser Steuer erfasst, denn Erträge, welche diese Grenze des Freibetrages nicht überschritten haben, blieben mit einem so genannten Freistellungsauftrag gänzlich unberührt.

Oberhalb dieses Freibetrages machte die Zinsabschlagsteuer etwa einen Satz von 30 Prozent aus, wobei so genannte Tafelgeschäfte die Ausnahme bildeten, denn in diesem Fall wurde mit einem Steuersatz von sogar 35 Prozent gerechnet. Eine weitere Ergänzung der Zinsabschlagsteuer stellte der Solidaritätszuschlag dar. Der fällige Steuerbetrag wurde von der kontoführenden Bank auch umgehend an das zuständige Finanzamt des Anlegers abgeführt.

Es gab jedoch auch Personen, welche von dieser Zinsabschlagsteuer befreit waren, zum Beispiel Rentner. Gleiches galt allerdings auch für Gemeinden und Vereine. Für diese Befreiung war es erforderlich, dass eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung beim zuständigen Finanzamt gestellt wurde, welche dann auch bei der kontoführenden Bank vorgelegt werden musste. Im Januar 2009 wurde die Zinsabschlagsteuer dann durch die so genannte Abgeltungssteuer ersetzt, welche nun pauschal mit 25 Prozent angesetzt wird, ebenfalls zuzüglich des Solidaritätszuschlages und eventuell einer Kirchensteuer.

Was änderte die Abgeltungssteuer an der Zinsabschlagsteuer?

Bei der Zinsabschlagsteuer handelte es sich um eine so genannte Quellensteuer, was bedeutet, dass nicht der Anleger, sondern das kontoführende Finanzinstitut zuständig war für die Abführung an das zuständige Finanzamt. So mussten die Banken und Kreditinstitute eine Zinsabschlagsteuer in Höhe von 30 Prozent der Einkünfte direkt an das Finanzamt abführen und dieser Abschlag wurde bei der späteren Veranlagung mit der tatsächlich zu zahlenden Einkommenssteuer verrechnet.

Die neue Abgeltungssteuer macht nun allerdings einen Unterschied, denn hierbei handelt es sich um keine Quellensteuer und die Steuerpflicht auf Kapitalerträge ist abgegolten. Dies bedeutet, dass im Nachhinein keine weitere Prüfung bei der Veranlagung der Einkommenssteuer stattfindet. Somit war die vorherige Zinsabschlagsteuer eigentlich eine Vorauszahlung der Einkommenssteuer und die neue Abgeltungssteuer ist die Vollzahlung einer Steuerschuld.

Der Solidaritätszuschlag wird allerdings weiterhin mitberechnet, welcher stets mit 5,5 Prozent auf die Steuerschuld angerechnet wird. Ist der Anleger jedoch auch verpflichtet die Kirchensteuer zu entrichten, dann kommen noch einmal bis zu neun Prozent zu der Abgeltungssteuer beziehungsweise der Zinsabschlagsteuer hinzu.

Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass die neue Abgeltungssteuer die bessere Alternative für jeden Anleger darstellt. Zeitgleich sorgt jedoch auch die Mehrbelastung für viele Anlageformen dafür, dass die Abgeltungssteuer als eine Art Steuererhöhung angesehen werden kann. Im Gegensatz zur damaligen Zinsabschlagsteuer ist der Steuersatz der Abgeltungssteuer relativ gering und kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Abgeltungssteuer vor allem wohlhabende Menschen begünstigt, welche bisher einen persönlichen Einkommensteuersatz jenseits von 40 Prozent hatten. Natürlich wirken bei Anlegern, welche mit ihrem Einkommensteuersatz nur knapp über den 25 Prozent der Abgeltungssteuer lagen, die Belastungen deutlich stärker als die zu erwartende Steuerersparnis. Allerdings können sich die Anleger freuen, denn in der Finanzbranche wird mit Hochdruck an Produkten gearbeitet, welche bei der Abgeltungssteuer möglichst günstig ausfallen. Diese Anlageformen können jedem Anleger grundsätzlich nur empfohlen werden.

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