Tagesgeld Spiegel

Freistellungsauftrag

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Was ist ein Freistellungsauftrag für Tagesgeld?

Anleger, welche ihr Kapital in Form von Tagesgeld anlegen und hierfür anschließend Zinsen erhalten, erfreuen sich selbstverständlich über jeden Zinsertrag, welcher nicht dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden muss. Aus diesem Grund gibt es für jeden Anleger einen so genannten Freibetrag, bis zu welchem er die erwirtschaften Erträge steuerfrei behalten kann. Über die kontoführenden Banken und Kreditinstitute erhält der Anleger einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge, so dass erkennbar ist, bis zu welcher Höhe die Zinsen steuerfrei vom Anleger vereinnahmt werden können. Dieser Freibetrag gilt jedoch maximal bis zum kompletten Sparerpauschbetrag.

Wie hoch ist der Freibetrag für Tagesgeld?

Seit dem 01. Januar 2009 liegt der so genannte Sparerpauschbetrag bei einer Höhe von 801 Euro für jeden unverheiratete Anleger. Bis zu dieser Grenze kann der Tagesgeldanleger seine erwirtschafteten Zinsen steuerfrei beanspruchen, allerdings auch nur dann, wenn der Anleger dem entsprechenden Finanzunternehmen einen Freistellungsauftrag vorgelegt hat.

Was passiert mit den Zinseinnahmen, welchen den Sparerfreibetrag oder den Freistellungsauftrag übersteigen?

Hat der Anleger den Sparerpauschbetrag überschritten oder wurde der kontoführenden Bank kein Freistellungsauftrag erteilt, so führt das Finanzunternehmen automatisch 26,35 Prozent an das zuständige Finanzamt ab. Hierbei handelt es sich um 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, wobei eventuell auch eine Kirchensteuer hinzukommen kann. Diese 26,35 Prozent werden von der Summe abgeführt, welche den Freibetrag übersteigt.

Woher bekommt der Anleger einen Antrag für den Freistellungsauftrag?

Formulare für einen Freistellungsauftrag liegen jedem Finanzunternehmen vor, so dass zeitgleich mit der Eröffnung eines Tagesgeldkontos auch ein solcher Auftrag ausgefüllt werden kann. Weiterhin hat der Anleger die Möglichkeit, dass er sich auf der Homepage der kontoführenden Bank einen Antrag ausdruckt und diesen anschließend bei der Bank vorlegt.

Ab 2011 Steuer-Identifikationsnummer angeben

Seit dem Jahr 2011 sollte jeder Anleger bedenken, dass er einen Freistellungsauftrag nur noch mit seiner persönlichen Steuer-Identifikationsnummer beantragen kann, wobei Freistellungsaufträge, welche ohne die Steuer-ID bereits früher ausgestellt wurden, vorerst ihre Gültigkeit behalten.

Bereits im Jahr 2008 hat jeder steuerpflichtige Verbraucher seine persönliche Steuer-ID per Post erhalten und zwar durch das Bundeszentralamt für Steuern. Kann der Anleger seine persönliche Steuer-Identifikationsnummer nicht mehr finden, so kann diese Nummer zu jeder Zeit wieder beim Bundeszentralamt für Steuern angefordert werden.

Kann ich auch mehrere Freistellungsaufträge an verschiedene Kreditinstitute stellen?

Grundsätzlich kann der Anleger von Tagesgeld auch mehrere Freistellungsaufträge zeitgleich an unterschiedliche Finanzunternehmen ausstellen, allerdings ist hierbei zu beachten, dass der Sparerpauschbetrag von 801 pro Anleger nicht überschritten werden darf. Verheiratete Anleger müssen dem Finanzunternehmen einen gemeinsamen Auftrag erteilen.

Kostet die Erteilung beziehungsweise die Änderung eines Freistellungsauftrages Gebühren?

Banken und Kreditinstitute erheben sowohl für die erstmalige Erteilung eines Freistellungsauftrags, sowie auch bei nachträglichen Änderungen, keine Gebühren. Hierbei ist es völlig unerheblich, auf wie viele Banken und Kreditinstitute der Anleger seinen Sparerfreibetrag beziehungsweise ab Januar 2009 den Sparerpauschbetrag aufteilt.

Gibt es auch Fälle, in denen der Anleger keinen Freistellungsauftrag stellen muss?

Grundsätzlich kann diese Frage mit einem Ja beantwortet werden, denn wenn der Verbraucher sein Kapital auf einem herkömmlichen Girokonto oder in der Variante eines so genannten Sichtguthabens anlegt, wofür nicht mehr als 1 Prozent Zinsen jährlich gutgeschrieben werden, dann bekommt er seine Zinsen auch ohne einen entsprechenden Freistellungsauftrag komplett gutgeschrieben. Dennoch darf es der Verbraucher nicht versäumen, dass er diese Zinseinnahmen in seiner Steuererklärung dennoch angeben muss.

Auch Bausparverträge stellen einen besonderen Fall dar, wenn der Sparer eine Wohnungsbauprämie oder eine Arbeitnehmersparzulage erhält. Hier gilt, sowohl während des Bezuges als auch zwei Jahre ohne diesen Bezug, muss der Sparer keinen Freistellungsauftrag bei der entsprechenden Bank stellen und bekommt trotzdem die erwirtschafteten Zinsen vollständig gutgeschrieben.

Erwirtschaftet der Verbraucher mit seinen Zinserträgen allerdings weniger als 10 Euro im gesamten Kalenderjahr und werden diese Erträge auch nur einmal jährlich gutgeschrieben, dann bedarf es hierfür auch keiner Stellung eines Freistellungsauftrages.

Fachbegriff erklärt

Effektiver Jahreszins

Der effektive Jahreszins wird in Prozent angegeben und ermöglicht dem Verbraucher einen objektiven Vergleich der tatsächlich erwirtschafteten Verzinsung.

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